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Graduierungen (Kyudan) In nahezu allen Kampfkünsten bestehen in der heutigen Zeit
Graduierungssysteme und Rangordnungen, welche die momentane Entwicklungsstufe
des Wegübenden widerspiegeln. Die Graduierungen im Karate Do werden in 3 Gruppen unterschieden:
Geistige Meistergrade "Kodansha" (ab 5.Dan)Diese Dan-Grade zeugen von einem hohen Mass an Wissen, Lebenserfahrung, Gefühl und innerer Haltung. Im traditionellen Karate-Do ist dies nun ein Lebensprinzip geworden. Der "Kodansha" ist nun nicht mehr "Schüler" er ist nun ein wahrer Meister und identifiziert sich völlig mit dem Weg. Er hat Theorie und Praxis des Karate-Do vollumfänglich verinnerlicht und ist bestrebt auch im Alltag nach diesen Prinzipien zu leben. Er ist in jeder Hinsicht kompetent, glaubwürdig und vorbildlich und kennt die philosophischen Aspekte des traditionellen Karate. Von nun an ist er eine bedeutende Autorität. Er ist nun ein "Karate-Meister" mit Herz, Geist, Seele. Yudansha (1.- 4. Dan) der "Krieger"/MeisterschülerDie technischen Dan-Grade 1. Dan (Shodan), 2. Dan (Nidan), 3. Dan (Sandan) und 4. Dan (Yondan) stellen in ihrer Bedeutung die Schwarzgurt-Stufen der "Krieger" dar. Diese befinden sich zwar auf hohem technischen Niveau, lernen aber immer noch dieselben Techniken, die sie als fortgeschrittene Kyu-Grade formal gemeistert haben. Doch sie befinden sich nicht mehr auf der Weg-Stufe der ausschliesslichen, unabdingbaren Form-Bindung (Shu-Prinzip), sondern am Beginn der Weg-Stufe der Form-Freiheit (Ha-Prinzip). Das bedeutet, dass sie nun die Karate-Praxis von einem reiferen, höheren Standpunkt aus zu verstehen lernen (Okuden), in dem sie über die reine Technik "hinauswachsen", nicht in der blossen Wiederholung "stecken", oder an ihr verhaftet bleiben. Diese Dan-Grade sind nach wie vor Schüler und keine Meister. Sie bedürfen weiterhin der Anleitung ihres Lehrmeisters (Sensei), um auf dem Weg weiter voranzukommen bzw. weiter in die Kunst des Karate-Do einzudringen. Man geht nun vielmehr davon aus, dass jetzt die eigentliche Karate-Ausbildung erst beginnt! Die Anfänger-Gürtel-Grade dienen, wenn man so will, dem "Aussortieren" derer, die für den weiteren oder eigentlichen Karate-Weg doch nicht in Frage kommen, weil sie schon vorher aufhören, dann nämlich, wenn es nicht schnell genug geht oder sie eben doch nur an Äusserlichkeiten interessiert sind. Mit der Erlangung der ersten Dan-Grade fängt die "Einweihung" in die Kampfkunst erst an, die vertiefte Auseinandersetzung, das Verstehen, worum es im "traditionellen Karate-Do" geht. Diese Schwarzgurte werden als die "wahren" Schüler des Karate-Do aufgefasst.
Mudansha (9.-1. Kyu) der Schüler Mit Mudansha bezeichnet man im Karate Do den Kampfkunstschüler (Deshi)/Träger eines Kyu, der sich in der Vorbereitung der Weglehre (Do) befindet. Es gibt heute verschiedene Kyu-Systeme, deren Unterschied entweder in der Anuahl der Kyu-Stufen oder in der jeweils zugeordneten Gürtelfarbe liegt. Die Zuordnung zur Unterstufe bzw. Oberstufe in den Kyu-Graden ist nicht übergreifend definiert oder zwingend, sondern hängt von der Definition der jeweiligen Schule/Dojo ab. Aus Sicht der Weglehre (Do) ist die Kyu-Stufe ein Test in Vorbereitung der Weglehre selbst. Der richtige "Geist des Anfängers" (Shoshin) sowie später der "Geist des Fortgeschrittenen" (Seishin) ist der Schlüssel zum Verständnis der Kampfkunst. In den Kyu-Stufen geht es darum, diesen Geist kontinuierlich zu entwickeln. Nur mit einem freien Geist, frei von Gedanken des Wissens und Zweifelns, ist wahres Lernen möglich. Nicht selten behindert in der heutigen Zeit eine Einstellung des "bereits Wissen" und "Gelten wollens" die Entwicklung des Schülers. Der weiße Karate-Gi symbolisiert diesen reinen Geist. Er ist einfach, rein und leer. Dies sollte sich jeder Schüler immer wieder vor Augen führen.
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